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Post I - RUB I 3:5

Puh, da haben wir aber ganz schön geschwitzt! Und das lag weniger daran, dass die Jungs von der Post die Heizung so hoch gedreht hatten, sondern weil es ganz schön knapp zu werden schien.

Post Bochum war heute in der stärksten Aufstellung angetreten, die sie bislang diese Saison auf die Beine bekommen konnten. Die Einzelergebnisse:

Meise (1890) - Spieß (2084) 0-1
Gawlick (1865) - Bausch (1838) 1/2
Jedner (1793) - Hinkmann (1915) 1/2
Witt (1707) - Peters (1903) 0-1
Döhmann (1776) - Seemann (1871) 0-1
Müller (1704) - Oberkalkofen (1801) 1/2
Lietz (1584) - Herk (1608) 1-0
Meyers (1673) - Stein (1587) 1/2

Nach rund drei Stunden Spielzeit bot sich folgendes Bild: Timo war mit deutlichem Vorteil auf dem Weg zum Sieg unterwegs, Tom hatte eine extrem gedrückte Stellung und rang um den Ausgleich, Jens hatte leichte positionelle Vorteile bei ungleichfarbigen Läufern, meine Stellung war völlig unklar, Mathis hatte einen Minusbauern und große Probleme, einen weiteren Bauern vor dem Verlust zu retten, Oko stand etwas besser, Jürgen hatte einen Bauern weniger und stand auch schlechter und Daniel stand recht gedrückt mit einem Minusbauern.

Aufgrund seiner schlechteren Stellung war es für uns keine große Überraschung, dass Jürgen kurze Zeit später aufgeben musste. Oko hatte es leider nicht geschafft, seinen Vorteil zu nutzen, die Partie mündete in ein Remis. Er hatte zwar eine recht aktive Stellung, musste aber stets auch seine Grundreihe gut im Auge behalten. Beides gleichzeitig gelang ihm nicht. So kam es zum großes Abtausch mit anschließendem ausgeglichenem Turmendspiel. Timo schaffte es dann, nachdem er die Schlinge um den Hals seines Gegners über lange Zeit immer weiter zugezogen hatte, mit einem schönen Figurenopfer, seinen Gegner zur Aufgabe zu zwingen. Mathis hatte nach seiner schlechteren Stellung wie üblich ein bisschen rumgefudelt, einen Turm aktiviert, sein Heil im Gegenspiel gesucht und siehe da - er konnte einen gelungenen Königsangriff aufs Brett zaubern. Ein zu diesem Zeitpunkt ganz wichtiger Sieg! Als dann einige Zeit später auch noch klar war, dass Daniel seine Stellung zu einem Remis retten konnte, sah die Welt schon gar nicht mehr so trüb aus.

Bei einer 3-2 Führung liefen noch die Partien von Tom, Jens und mir. Tom stand in einem Springerendspiel sehr kritisch, scheinbar auf Verlust. Jens hatte eine Stellung mit je 4 (?) Bauern, Turm und ungleichfarbigem Läufer. Noch leichte Fudelchancen, objektiv jedoch remis. Meine Stellung war weiter schwierig, inzwischen aber gewinnträchtig. Das Material war aber bunt gemischt. Ich hatte Dame, Turm und vier Bauern, mein Gegner Dame, Läufer, Springer und einen Bauern. Es konnte also noch ein Mannschaftssieg rausspringen. Dann vollbrachte Tom ein kleines Wunder. Die Partie endete remis! Somit rückte der Mannschaftssieg in greifbare Nähe.

Da es in meiner Stellung schon längst mehr darum ging, aktiv zu spielen, denn sich um Bauern zu kümmern, hatte ich für eine aktive Stellung einen Bauern gegeben und einen weiteren abgetauscht. Dann sah ich eine Fata Morgana, wo ich zwei Figuren für den Turm zu gewinnen glaubte. War aber ein Luftschloss, so wurde aus meinem Figurengewinn ein Qualitätsopfer. Neue Materialverteilung: Dame und zwei verbundene Bauern gegen Dame und Läufer. Dann spielte mir mein Gegner in für ihn immer größer werdender Zeitnot mächtig in die Karten. Er entfernte sich mit seinem König weit von meinen Bauern, trieb meinen König in Optimalstellung vor die Bauern und stellte seinen Läufer in eine Fesselung. Durch eine Freudsche Fehlleistung hätte ich den Sieg dennoch fast noch mal aus der Hand gegeben. Aber mein Gegner hatte diesen fault-pax zum Glück übersehen. So kam es, wie es kommen musste, ich konnte den Sieg für mich verbuchen. Jens wollte noch eine ganze Weile nicht einsehen, dass seine Partie remis enden sollte. Er hatte noch einmal alles versucht. Einen Bauern bis auf die 7. Reihe getrieben, seinen König aktiviert, noch ein bisschen getrickst - es sollte alles nichts helfen. Der ungleichfarbige Läufer seines Gegners konrollierte das Einzugsfeld. So zeigte Jens späte Einsicht und remisierte zu 5-3 Endstand.

Dieser Sieg war hart erkämpft. Sollte Post es schaffen, diese Leistung (und auch diese Aufstellung) auch gegen andere Gegner hinzubekommen, können sie vielleicht noch den Klassenerhalt schaffen.

Vielen Dank an Jürgen und Daniel, die sich kurzfristig bereit erklärt haben, unser Team zu unterstützen!!

Interessant übrigens noch anzumerken, dass wir an den Brettern 1-4 in allen bislang gespielten Runden immer 3-1 Punkte geholt haben. Das kann gerne bis zum Ende der Saison so weiter gehen ...

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